(Mit freundlicher Unterstützung von Prof Dr. Lioba Beyer)
Die Entstehung des Gesteinsaufbaus und des Reliefs der Baumberge vollzog sich in mehren erdgeschichtlichen Abschnitten, in den die Westfälische Bucht oder Teile von ihr im Bereich der heutigen Baumberge entweder vom Meer überflutet waren oder aber zum Festland gehörten. Die geologische Entwicklung beginnt vor etwa 300 Millionen Jahren mit einer Festlandperiode. Reste eines uralten Gebirges bilden den Untergrund, der heute in über 1000 m Tiefe liegt.
Vor etwa 135 Millionen Jahren, zu Beginn des Zeitalters der Oberkreide, wurde das Gebiet der Westfälischen Bucht von Norden her für etwa 70 Millionen Jahren vom so genannten Kreidemeer bedeckt. Auf dem bewegten Relief des Meeresgrundes kam es zu riesigen Schlammströmen, die lebende Tiere, Fossilien, unter sich begruben. Aus den wiederholt auftretenden Ablagerungen der Schlammströme aus Sand und Kalk entstanden in der Ablagerungsphase der obersten Kreideschicht, im Campan, die Schichten der Baumberge mit ihren unterschiedlichen Bänken. Die abgelagerten Schichten wurden durch Hebungen an den Rändern der Westfälischen Bucht schüsselförmig aufgebogen.
Am Ende des Campans wich das Meer zurück und das Gebiet war wieder der Abtragung ausgesetzt. Zahlreiche tektonische Bruchlinien sind die Hauptursache der heutigen Vielfalt des Baumbergreliefs. Durch ihre exponierte Lage wurden die oberen –Baumberger- Schichten im Bereich der Coesfelder-Daruper Berge und des Schöppinger Berges abgetragen. In dieser Zeit wurden die Baumberge als Erhebung herausmodelliert.
Im letzten erdgeschichtlich wichtigen Zeitabschnitt für die Baumberge, dem Eiszeitalter( Pleistozän) wurde der Bereich der Baumberge von den aus Skandinavien heranrückenden Eismassen überformt. Die Eismächtigkeit wird im Bereich der Baumberge auf 200-300m geschätzt. Die Baumberge wurden vom Eis völlig überdeckt und abgehobelt.
Während des Hochstandes der letzten Vereisung, der Weichseleiszeit, in der das Eis die Elbe nicht überschritt, wurde aus dem vegetationslosen Boden, besonders auch aus den verwilderten Bachbetten, Staub ausgeweht, der sich in den etwas geschützten Lagen wieder niederschlug. Die gröberen Körnchen rieselten als Sandlöß, die feineren als Löß herab.
Heute sehen wir die typischen Baumberge mit plateauartigen Hochflächen auf Kalkmergel und Kalksandstein sowie flachen Hängen mit landwirtschaftlicher Nutzung, mit steilen Hängen und zum Teil naturnahen Waldresten und eingreifenden, breiten Talungen.
Schematischer Querschnitt durch die Baumberge
(aus Geographische Erkundungen in den Baumberge, L.Beyer)
Trotz der verhältnismäßig geringen Höhe der Baumberge von nur bis zu 186 m ü. NN, (Westerberg)kommt es zu Stau- bzw. Steigungsregen der feuchten Meeresluftmassen mit durchschnittlichen Jahresniederschlägen um 800mm. Die Baumberge wirken quasi als Regenfänger.
Der Aufbau der Schichten, wasserdurchlässige Baumberger Schichten und Coesfelder Schichten auf der muldenförmig angeordneten Osterwicker Schicht, auf der sich das Sickerwasser sammelt, bildet einen großen Wasserspeicher. Dort, wo diese Sammelmulde angezapft wird, bildeten sich permanent wasserführende Quellen. Diese reihen sich rund um die Baumberge in gleicher Höhe von ca 85m. Am Hangfuß, im Bereich dieses Hauptquellhorizontes, entstanden Gruppensiedlung, Die Endung –beck, in vielen Ortsnamen, weist auf die Orientierung an Quellen und Bächen hin.
Auch in Natrup gibt es diese Quellgebiete; so entspringt der Glosenbach zwischen Esker und Hardt und im Grunzkamp gibt es ein weiteres Quellgebiet.
|
|
| Quellgebiet im Grunzkamp |
Trockenere Böden oberhalb des Quellhorizontes |
Das feuchtere Land in tieferen Lagen wurde und wird noch heute häufig als Grünland und die fruchtbaren Böden im höheren Hangbereich werden als Ackerland genutzt. Wird der Hangbereich zu steil, dominiert der Wald.
Eines sei hier aber doch noch angemerkt: Ein Kaffee, aufgebrüht mit Baumberger Brunnenwasser ist wohl schwerlich zu toppen und immer wieder ein Genuss.



