Auch der Zeller Kötting (Kötter, Korting) war anwesend als 1829 die Natruper Bauern und Kötter in der Wirtschaft Scharlau die Teilung der Vöde verhandelt hatten, gehörte der Hof doch zu den Altbauernhöfen in der oberen Natruper Bauerschaft. Vertreten wurde Kötting durch Freiherr von Ketteler als Eigentümer des Kötter Erbes. Noch waren die Bauern nicht wirklich frei, sie leisteten immer noch Abgaben an die Feudalherrschaft. Dieses wird sich erst in den nächsten Jahren ändern. So wahrscheinlich auch beim Kötting.
Dieser Freikauf wird Köttings Sohn, dem Wilhelm Kötting, wohl vergönnt gewesen sein. Wilhelm Kötting (geb. 29. November 1808) heiratete am 9. November 1841 die Maria Catharina Bösing gt. Berner (geb. 11. November 1805), ebenfalls aus der Bauerschaft Natrup. Gemeinsam bewirtschafteten sie den Hof Natrup No.11. Der Hof liegt zwischen der alten Führung der Landstraße, dem Münsterweg und dem Hof Eilker.
Heute führt die Straße geradewegs über die alte Hofstelle.
Maria schenkte dem Wilhelm vier Kinder. Zwei von Ihnen überstanden das entbehrliche Leben auf dem Hof nicht. Die beiden anderen, Herrman Heinrich arbeitete auf dem Hofe Leiermann zu Uphoven und Bernard arbeitete auf einem Bauernhof in der Bauerschaft Kümper in Altenberge. Somit lebte der Kötting mit seiner Frau alleine auf dem Kötterhof. Betrachtet man die Entwicklung des Hofs, so darf angenommen werden, dass sie sehr wenig besaßen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Sie besaßen so wenig, dass sie 1866 sogar ihre drei Kirchensitze in der Pfarrkirche zu Havixbeck verkauften, dieses obwohl der Hof 1867 eine stattliche Größe von über 100 Morgen Land zur Bewirtschaftung hatte. Im Auszug aus dem alphabetischen Verzeichnis der Grundeigentümer der Gemeinde Havixbeck, der Mutterrolle, ist unter Artikel 226 in 1867 Wilhelm Kötting als alleiniger Besitzer eingetragen.
Anna Maria Gertrud starb 1868 im Alter von 63 Jahren.
Wilhelm kann den Hof wohl nicht alleine führen und gibt ihn kurz darauf auf. 1870 geht der Hof in die anderen Höfen Natrups auf. Über das Schicksal von Wilhelm Kötting kann nur spekuliert werden, im Kirchenbuch kann nachgelesen werden:
Wilhelm Kötting – Todestag 4. Dezember 1879 – starb im Armenhaus.
Es ist nicht überliefert, was den Kötting in diese Armut getrieben hat, hätte z. Bpsl. der Verkauf des Hofes nicht den Lebensabend sichern können? Es ist auch nicht bekannt, warum keiner der Söhne die Bewirtschaftung des Hofes übernommen hat.
Der Hof Kötting, Köttering, Kötter oder auch Korting, ist von der Bildfläche in Natrup verschwunden. Über das Bauernhaus gibt es keine Überlieferung, es verschwand wohl einfach von der Natruper Bildfläche. Heute ist die Hoffläche verschiedentlich geteilt, zu einem großen Anteil ist es ein Teil der Landstraße K550.
