Eine kleine nicht belegte These.
Es wird allgemein angenommen, dass der Name der Bauerschaft aus der Lage zu einer bestimmten Gegebenheit entstanden ist, von der Natrup („Nordthorpe“) nördlich liegt: Vielleicht zur ehemalige Königstraße mit dem Königshof Karls des Großen, zur Bauernschaft Tilbeck, ebenfalls im Urbar aufgeführt oder zu Schapdetten, das auf alten Klosterbesitz Fuldas zurückgeht, oder zu der Stelle, wo die drei münsterländischen Sachsengaue zusammenstießen. (Quelle: KREIS COESFELD, Laumann-Verlag Dülmen)
Stellt man sich die Frage, wer denn ein Interesse an einer eindeutigen Bezeichung der Lage des Mansus des Liudico gehabt hat, so kann sicher folgende einfache Überlegung gemacht werden. Es kann nur wenige Parteien gegeben haben:
- Liudico selbst,
- seine Nachbarn oder der
- Grundherr, der die Abgaben empfing.
Das Liudico sich selbst einen bezeichnenten Namen geben mußte scheint eher unwahrscheinlich. Aus der Nachbarschaft gewachsener Name ist eher aus dem Vornamen abgeleitet oder bezeichnet die Lage des Hofes, z.Bspl. "to de Heide" -> "Heimann", "to de Broke" -> Brockmann oder bei einer Lage am Bach (Bieke) eine Namensänderung mit "beck". Es ist wesentlich wahrscheinlicher, dass sein Grundherr diesen Bezeichner: "Nord Dorf" eingeführt hat, weil eben dieses "Dorf" auch weiter weg lag und das Dorf auch mehr als einen Hof beinhaltete.
Betrachtet man dieses Dorf aus der Sicht des Grundherrn, der Villikation Lüdinghausen des Meiers Hrodwerk, später Schulte Eichholt in Lüdinghausen, so könnte es sein, dass er diesen Ort über die Angabe der Himmelsrichtung bestimmt. Schaut man die Lage Natrups auf einer Karte an, so fällt auf, das Natrup exakt nördlich von Lüdinghausen liegt. Folglich ist für den Grundherrn das Dorf in dem der Liudico lebt, das Dorf im Norden: Nordthorpe.
Es sei ausdrücklich betont, dieses ist nicht belegt, sondern meine These. Ich freue mich dennoch auf jede Reaktion, denn vielleicht ergibt sich daraus der wirkliche Ursprung des Namens.
