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Hochzeit B. Herkentrup und P.Esker

18. 9. 1934 - Natrup

Für den Fortbestand des Hofes war es unerlässlich, dass die Nachfolge gesichert war. Es war wohl nicht immer Liebe, die ein Paar zusammenführte. Im Vordergrund standen häufig wirtschaftliche Interessen. Es war wichtig, wie viel jemand mit auf den Hof brachte. Galt es aber, den vielleicht zu früh verstorbenen Ehegatten zu ersetzen, weil noch minderjährige Kinder da waren und noch kein Nachkomme das Erbe antreten konnte, so wurde häufig bei der Beerdigung bereits festgelegt, wer einheiratete.

Nun die Regel - bei Berner - war allerdings, dass jemand auf den Hof einheiratete, bzw. auffuhr (siehe Boesing). War es soweit, folgte diesem in der Regel ein festes Ritual.

Offiziell publik gemacht wurde dieses durch den Hochzeitsbitter, der schön geschmückt in der Nachbarschaft von Haus zog und in der Regel gleichzeitig aufforderte, das Brautpaar reichlich zu beschenken.

Hochzeit H. Althelmig und G. Hardt

14. Aril 1937 - Natrup

Einige Tage vorher versammelten sich dann die männlichen Nachbarn der jeweiligen Häuser um Grün, Tannenzweige und Birkenstöcke zu schlagen. Dieses durfte natürlich keine allzu trockene Angelegenheit sein. Es darf vielmehr durchaus vermutet werden, das der ein oder andere Schnaps half, das richtige Grün auszusuchen.
Die Tannenzweige wurden von den Nachbarinnen zu einem Kranz verarbeitet. Der Kranz wurde noch mit zusätzlichen Papierrosen verziert und schmückte dann am Tage der Hochzeit die Eingangstür des Hauses. Auch hier wurde überliefert, dass das ein oder andere Likörchen die Arbeit leichter von der Hand gingen ließ.

Beide Hochzeitshäuser bekamen einen Hochzeitskranz als Hinweis auf den besonderen Tag. Bei einigen Hochzeiten sind auch andere Zeichen der guten Wünsche zu sehen. Häufig wurden Kinderwagen oder Kinderwäsche aufgehängt, um für einen reichen Kindersegen zu bitten. Die Birkenstöcke zierten den Weg zum Haus.

Des Abends vor dem Feste versammelten sich die Mädchen der Nachbarschaft zu einem Korbträgerabend. Sie gingen von Haus zu Haus und sammelten Essenspenden für die Verköstigung der Gäste am nächsten Tag.

Der Tag der Heirat begann mit der Trauung in der Kirche am Ort der Braut. Gemeinsam mit der Familie, Verwandten und Freunde wurde ein Gottesdienst gefeiert. Der Akt der Vermählung war dann ein zusätzlicher Bestandteil der heiligen Messe.
Nach der Trauung wurde das Brautpaar bereits am Ausgang der Kirche abgeholt und mit einer Kutsche zum Haus der Braut gebracht. Dort wurde es von Nachbarn – meistens mit viel Lärm - und anderen Bewohnern des Hofes begrüßt. Natürlich gab es neben den Versen und Sprüchen auch ein Willkommensgetränk. Derart gestärkt folgte ein ausgiebiges Frühstück.

Hatte man nun reichlich gefrühstückt, so machte sich die Hochzeitsgesellschaft auf den Weg zum Hause des Bräutigams. Das Brautpaar wurde in einer geschmückten Kutsche chauffiert und stellt den Anfang der Hochzeitskarawane dar.

Auch im Hause des Bräutigams war eine angemessene Begrüßung durch die Nachbarn und Bewohner des Hauses sichergestellt. Die gleichen Rituale der Begrüßung gingen auch hier vonstatten. Hier wurde nun ein ordentliches Mittagessen eingenommen.

Hochzeit H. Mesing und E. Boesing-Berner

18. 6. 1947 - Masbeck

Der Nachmittag stand nun im Zeichen der Bewegung; ja aber auf Essen mochte man dabei nicht verzichten. Also begab sich die gesamte Hochzeitsgesellschaft auf die Runde durch die Nachbarschaft. Es war üblich, dass bei mehreren Nachbarn Kaffee getrunken wurde.

Den Abschluss des Tages bildete wohl ein ausgelassenes Fest mit viel Getränken und Tanz. Nicht selten wurden einige Aufführungen zur allgemeinen Belustigung vorgetragen. Dabei handelte es sich um Verse(Twears dör Natruop)oder es wurde aus einer Hochzeitszeitungvorgetragen.

Nun nicht genug, dass Tags zuvor ausgiebig gefeiert wurde, auch am zweiten Tag begab sich die Hochzeitsgesellschaft auf den Weg durch die Nachbarschaft. Es kann wohl angenommen werden, dass es recht ausgelassen und feucht dabei zu ging.