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Der Heilige Abend - der 24. Dezember - hat seit jeher eine fast magische Faszination. Sicher, es war der besondere Tag, das besondere Fest, das besondere Ereignis, an das erinnert wurde und das jetzt und heute stattfand. Bei den Kindern ist sicher auch die Spannung über die zu erwartenden Geschenke unermesslich groß. Aber ...
... waren es nicht auch die Rituale, die an diesem Tag besonders gewissenhaft und ausgiebig durchgeführt wurden und die das Besondere ausmachten.

Was war denn daran so besonders, dass selbst der Eindruck entstand, dass die Tiere im Stall genau um diesen Tag wussten. Was und wie war denn der Ablauf?

Heilig Abend & Hauseinsegnung

Bereits am Nachmittag des hl. Abend nimmt der Hausherr sich die Zeit jedes seiner Gebäude einzusegnen, um damit für den Schutz seines Bestandes und dessen „Inhalt“, seien es nun Tiere, Futter oder andere Gerätschaften, zu beten.
Früher als sonst macht er sich auch an die Stallarbeit, um rechtzeitig und an diesem Abend auch vorzeitig damit fertig zu sein, denn er hat an diesem Abend noch besondere Pflichten zu erfüllen.
Zeitig wird mit den Bewohnern des Hauses zu Abend gegessen, natürlich gibt es das Wunschgericht der Kinder, auch wenn diese nicht immer perfekt zusammen passen. Auch die Küchenarbeit scheint allen an diesem Abend zügiger von der Hand zu gehen als sonst.
Sind endlich alle Tagespflichten erledigt versammeln sich die Bewohner des Hauses vor dem offenen Herdfeuer und es wird das Gebet zur Einsegnung des Hauses gesprochen. Der Hausherr geht nun mit einer brennenden Kerze, gefolgt von zwei weiteren Mitbewohnern mit Weihwasser und Weihrauch, durch jedes Zimmer im Haus und segnet es, um den besonderen Schutz zu erbitten.
Die übrigen Bewohner des Hauses setzen das Gebet mit der Allerheiligen Litanei fort.

Sind alle wieder versammelt, rundet Gesang diesen Teil des Abends ab. Damit kann es nun endlich zur Bescherung gehen.

Erfahrung eines neugierigen Jungen

Folgende kleine Geschichte ist überliefert:

Ein Bauernhof hatte in der Regel eine beste Stube, die am heiligen Abend zur Bescherung genutzt wurde. Nun, diese beste Stube war dann auch in der Regel schon einige Zeit vor Weihnachten verschlossen. Das Christkind kam und das brauchte eben auch eine gewisse Zeit der Vorbereitung. Das war auch für einen kleinen Jungen nachvollziehbar..., zumindest für eine gewisse Zeit.
Allerdings wurde dieser Junge älter und hinterfragte Weihnachten und das Christkind. Als dann noch Mutter den Schlüssel zur Stube hatte und vor Weihnachten in das Zimmer konnte, war es natürlich ganz vorbei. Es gab nur ein Ziel, herauszufinden, wo denn der Schlüssel versteckt sein könnte. Das war kein großes Problem, lag dieser doch auf der Uhr neben dem Eingang! Bei nächster Gelegenheit wurde erst einmal überprüft, ob denn das Christkind wunschgemäß geliefert hatte.

Festgestellt wurde, dass alles da war: Schlitten, Sachen zum Anziehen und Teller. Alles wunschgemäß...So konnte man ruhig und gelassen den Heiligen Abend angehen.

Also half der Junge im Stall, betete wie alle anderen auch und ging dann gelassen zur Bescherung. Mit einigem Erstaunen erhielt er dann auch den Vorrang, seine Geschenke auszupacken und ... dann lag da nur (noch) ein Brief vom Christkind!

Aufmachen, lesen und Schock bekommen war eins. Da stand dann:

,,Wer guckt kriegt nichts!"

Vielen Dank, Christkind.